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8.4.2 Epivista ® - der elektronische Behandlungskalender Epilepsie

Ziel der Behandlung von Epilepsien ist Anfallsfreiheit. Wird sie nicht erreicht, muss zunächst die Diagnose überprüft werden. Im zweiten Schritt sollte die Behandlung überdacht und erforderlichenfalls verändert werden. Planvolle, wissenschaftlich begründete Therapiestrategien setzen zwingend voraus, dass der Arzt die gesamte bisherige Behandlung (Medikamente mit ihren Dosen, ggf. Blutspiegel) und ihre Auswirkungen auf die Anfälle überblickt. Wichtige Fragen sind z. B.: Welche Medikamente und Kombinationen wurden bisher gegeben? Welche Dosen wurden verordnet? Wie verhielt sich die Anfallshäufigkeit in Bezug auf die Medikamente?

Hier bieten sich die neuen Medien besonders gut an. Um die Voraussetzung für eine wirksame Behandlung und ihre fortlaufende Kontrolle zu schaffen, wurde der elektronische Behandlungskalender Epilepsie - Epivista ® entwickelt. Epivista ® ist eine Datenbank, die zur Aufnahme aller wesentlichen Behandlungsdaten bei Epilepsie geeignet ist. Das entscheidend Neue an Epivista ® ist, dass Anfälle pro Tag, Medikamente und ihre Tagesdosen sowie ggf. Blutspiegel in einem Diagramm über beliebige Zeitabschnitte dargestellt werden. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Auf diese Weise werden der Verlauf von Epilepsien und vor allem die Wirkung oder Nichtwirkung der Behandlung auf die Anfälle mit unübertroffener Genauigkeit erkennbar. Verläufe von Epilepsien werden wie nie zuvor transparent und können mit einem Blick erfasst werden. Ärzte erhalten mit diesen Verlaufsdiagrammen eine solide Grundlage für weitere Behandlungsentscheidungen. Patienten können das Behandlungsergebnis selbst verfolgen und kontrollieren.

Die Verwendung von Epivista ® erweitert die Eigenverantwortung der Patienten in der Behandlung von Epilepsien. Normalerweise können und sollten die Betroffenen den elektronischen Behandlungskalender in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten selbst führen. Das wiederum setzt die Bereitschaft voraus, aktiv als Partner des Arztes an der Behandlung mitzuwirken. In manchen Fällen ist es erforderlich, dass die Angehörigen oder andere Hilfspersonen die Patienten bei der Verwendung von Epivista ® unterstützen. Im Übrigen ist die Verwendung von Epivista ® einfach: jeder, der einen Computer mit einem Schreibprogramm bedienen kann wird auch mit Epivista fertig.

Nach mehrjähriger Erfahrung mit 3 arbeitsplatzgebundenen Versionen von Epivista wird das Programm nunmehr als Internetversion unter www.epivista.de zur Verfügung gestellt. Damit ist es einem breiten Anwenderkreis zugänglich. Der Datenaustausch zwischen Arzt und Patient ist einfacher geworden. Ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept verhindert jeden unbefugten Zugang zu den Daten.

Günter Rabending (Quelle: epikurier 4/01 und www.epivista.de)