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8.3.2 Leitfaden und Protokollbogen für Elterngespräche über ein epilepsiekrankes Kind/Jugendlichen

(erarbeitet von der Arbeitsgruppe Epilepsie Dillingen, Juni 2002)

Dieser Leitfaden soll als Anregung und Angebot für ein Elterngespräch verstanden werden. Er muss selbstverständlich flexibel eingesetzt werden, je nach individueller Situation, nach Schultyp und dem vorliegenden Informationsstand. Die Reihenfolge der angesprochenen Themen ist natürlich variierbar. Es ist für das Gespräch vorteilhaft, wenn die Eltern vorab den "Persönlichen Fragebogen zur Epilepsie" ausgefüllt und abgegeben haben. Alternativ könnte der Fragebogen auch gemeinsam während des Gesprächs ausgefüllt werden; dabei können dann die im Leitfaden vorgeschlagenen weiterführenden Fragestellungen geklärt werden.

Betroffener Schüler/in: ......................................................................................................

Klasse: ......................................... Datum: ............................................

Gesprächsteilnehmer(innen): ................................................................................................

Einleitung:

Wie Sie vielleicht wissen, gibt es seit 1997 einen Beschluss des Bayerischen Landtags, die soziale Eingliederung und schulische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie zu verbessern. Jetzt ist uns aus dem Schülerakt bekannt (oder entsprechender Informationsquelle), dass Ihr Sohn/Tochter betroffen ist. Weil die Krankheit ja sehr unterschiedliche Ausprägungen hat, ist es wohl in Ihrem und unserem Interesse und vor allem dem Ihres Kindes, wenn wir Näheres über die Situation Ihres Sohnes/Ihrer Tochter wissen.

Zum einen gibt es dazu den "Persönlichen Fragebogen zur Epilepsie", den Sie ja schon ausgefüllt haben. In diesem Gespräch möchte ich ein paar Unklarheiten ansprechen und außerdem noch etwas mehr Einblick in (Name) Situation bekommen. Zum einen interessiert mich, was für Erfahrungen Sie und (Name) bisher mit Schule und auch Mitschülern gemacht haben und wie (Name) mit der Epilepsie klarkommt. Die Umgebung hat ja oft falsche Vorstellungen und auch wir Lehrer sind oft recht unwissend. Wie bei dem Fragebogen auch, verspreche ich Ihnen natürlich, dass unser Gespräch streng vertraulich ist.

1. Unmittelbare Reaktion auf den "Persönlichen Fragebogen" ((nicht vorgebbar, z.B.: Nach Durchlesen des Betreuungsbogen muss sich Ihr Leben ja ziemlich verändert haben seit der erste Anfall aufgetreten ist.)

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2. Fällt Ihnen spontan etwas ein, das Sie ansprechen wollten? Der Bogen erfasst sicherlich nicht alles. Haben Sie spontan ein Anliegen, eine wichtige Ergänzung?

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3. Gibt es nach Ihrem Eindruck Probleme mit dem unmittelbaren schulischen Umfeld im Klassenzimmer? (Zufriedenheit mit dem Sitzplatz, Kontakt zum Sitznachbarn, soziale Kontakte oder Probleme mit bestimmten Mitschülern u.ä.)

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4. Wie erlebt (Name) nach Ihrer Einschätzung den Unterricht? (Anforderungen, Arbeitstempo, Zeitbedarf bei Leistungsfeststellungen, Hausaufgaben, Mitarbeit und Beteiligung bei Unterrichtsgesprächen, Mut nachzufragen, positive und negative Erfahrungen mit bestimmten Unterrichtsfächern und Lehrkräften, Probleme beim Sportunterricht, bei Ausflügen und Exkursionen usw.)

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5. Wie gehen Sie mit (Name) Krankheit im Alltag um?

  1. Kennt er/sie noch andere Kinder, die auch Epilepsie haben?
  2. Hat er/sie schon mal einen Anfall in der Art, wie die eigenen sind, gesehen?
  3. Wie sieht er/sie die eigene Krankheit? Wie geht er/sie damit um?
  4. Redet er/sie offen darüber, zuhause, im Freundeskreis
  5. Wie gehen die Geschwister/andere Familienangehörige mit seiner/ihrer Krankheit um?
  6. Manche Anfallskranke sind selbst sehr vorsichtig, andere fühlen sich überbehütet, obwohl eine Sorge ja berechtigt ist. Wie läuft das bei Ihnen?
  7. Glauben Sie, dass Sie eher zu vorsichtig sind oder eher nicht?
  8. Darf er/sie fernsehen, am Computer arbeiten und am PC/Gameboy spielen?
  9. Gibt es (unangenehme) Tätigkeiten, denen (Name) versucht, aufgrund der Krankheit aus dem Wege zu gehen, von denen man als Lehrer wissen sollte? Wie reagieren wir da am besten?

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6. Noch einige Fragen zur Medikamenteneinnahme(entspr. Angaben im Fragebogen).

6.1 Sollen wir (Lehrer oder Mitschüler) an die Einnahme erinnern?

6.2 Löst die Medikamenteneinnahme bestimmte Verhaltensweisen aus, die wir wissen sollten?

6.3 Müssen wir Notfallmedikation bereithalten?

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7. Zum Anfallsrisiko in der Schule

Gibt es nach Meinung des Arztes ein Anfallsrisiko während der Schulzeit?

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8. Wer und in welcher Form sollte über seine/ihre Erkrankung informiert werden?

8.1 Wie reagiert er/sie selbst, wenn er auf die Epilepsie angesprochen wird?

8.2 Wie ging er/sie bisher mit der Epilepsie im Kindergarten-/Schulalltag/in der Freizeit um?

8.3 Sollen wir die Mitschüler über die Krankheit informieren, damit sie nicht schockiert und unangemessen reagieren, wenn es mal zu einem Anfall kommt? Wäre er/sie wohl bereit bei dieser Information der Mitschüler mitzuwirken? (Evtl.: Möglich wäre auch, die Schüler zu informieren, ohne ihren Sohn/ Tochter als betroffen zu erwähnen.)

8.4 Wissen einige Mitschüler schon von seiner/ihrer Erkrankung?

8.5 Glauben Sie, dass es sinnvoll wäre, das Thema im Unterricht aufzugreifen?

8.6 Sollten wir das Thema im Rahmen eines Elternabends ansprechen? Sollte dabei die seine/ihre persönliche Betroffenheit von (Name) erwähnt werden? Würden Sie als "Experten" bei dieser Information mitwirken?

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9. Was wäre Ihnen abschließend noch wichtig?

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Ort, Datum: ................................................................................................................................

Unterschriften der Beteiligten: ....................................................................................................