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4.3 Dem epilepsiekranken Kind gerecht werden - in der Zusammenarbeit mit Eltern und Fachleuten

4.3.1 Wie können Elterngespräche gestaltet werden?

Elterngespräche stehen im Kontext einer erfolgreichen Integration des epilepsiekranken Kindes oder Jugendlichen. Da sich epilepsiekranke Menschen zumeist mit ihrem Anfallsgeschehen "im Spiegel der Umwelt" erleben - im Anfall ist in der Regel keine Selbstwahrnehmung möglich - können Eltern, Lehrer und Mitschüler wesentlich dazu beitragen, Unsicherheiten und Ängste als Ursache sekundärer Verhaltens- und Lernstörungen zu verhindern.

Vorbereitung auf Elterngespräche

Bei einem Gespräch mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten eines epilepsiekranken Schulkindes muss die Lehrkraft die eigene Rolle als Gesprächspartner besonders reflektieren.

Grundsätzlich gilt, dass Eltern oft in einer besonderen und dauerhaften Belastungssituation leben. Sie haben evtl. negative Erlebnisse mit Vorurteilen und Unwissenheit hinter sich. Auch Eltern müssen, wenn sie Schule kritisch sehen oder gar mit Vorwürfen konfrontieren, dort abgeholt werden, wo sie mit ihren Sorgen stehen. Sie sorgen sich um ihr Kind, sie leben mit ihrem Kind - anders als der Lehrer - nicht nur auf Zeit. Sie sind als die betroffenen Eltern die Experten für ihr Kind - noch mehr als der Facharzt oder Therapeut. Die gemeinsame Sorge um die Zukunft des Kindes oder Jugendlichen kann Basis für das Gespräch sein.

Mögliche Inhalte eines Elterngesprächs

Sicherlich sind die Ziele eines Gesprächs mit den Eltern über die spezifische Problematik ihres anfallskranken Kindes je nach individuellen Gegebenheiten unterschiedlich. Anregung für die Durchführung kann der Leitfaden für Elterngespräche im Anhang sein. Einige Aspekte, die Thema eines solchen Gesprächs sein könnten, seien aber im Folgenden genannt:

Gesprächsergebnisse und Vereinbarungen sollten dokumentiert werden und die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus kontinuierlich begleiten. Im "Persönlichen Fragebogen" sowie im "Leitfaden und Protokollbogen" bzw. bei Vereinbarungen zum Nachteilsausgleich können die getroffenen Absprachen und der Zeitpunkt der nächsten gemeinsamen Reflexion festgehalten und von den Beteiligten durch ihre Unterschrift bestätigt werden.

Weitere Informationen zum Nachteilsausgleich: siehe Punkt 4.3.6.