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4.2 Dem epilepsiekranken Kind gerecht werden - in Schule und Unterricht

4.2.1 Wie kann die Lehrkraft die schulische und soziale Situation des epilepsiekranken Kindes positiv gestalten?

Die schulische Integration epilepsiekranker Kinder kann meist nur dann gelingen, wenn drei Voraussetzungen gegeben sind:

(MATTHES/SCHNEBLE 1992, S. 190).

Dies macht deutlich, wie wichtig eine offene und frühzeitige Information der Lehrkräfte durch die Eltern ist. Das Wissen um die epileptische Erkrankung ist eine entscheidende Voraussetzung für eine angemessene Reaktion der Lehrkraft auf das Verhalten des Kindes (EBERT/SCHÖTZ 1999, S. 79). Erst dieses Wissen ermöglicht es ihr, "auffälliges" oder "unpassendes" Verhalten richtig zu beobachten und zu interpretieren und nicht mit Ablehnung oder Strafen zu reagieren.

Aufgabe des Klassenlehrers bzw. der Lehrkraft, die als erste über die Krankheit informiert wurde, ist es, die notwendigen Informationen an die anderen Lehrkräfte in der Klasse sowie an die Schulleitung weiterzugeben und gemeinsam, in Abstimmung mit den Eltern, pädagogisch sinnvolle Verhaltensweisen zu besprechen.

Sind hierzu weiterführende Informationen notwendig, sollte man sich mit Fachleuten (Beratungsdienste, Ärzte, Selbsthilfegruppen, dem Landesverband Epilepsie Bayern e.V. oder dem Epilepsie Bundeselternverband) in Verbindung setzen. Dort gibt es verschiedenste Materialien oder auch Angebote für Fortbildungen.

Inwieweit Epilepsien unterrichtlich bedeutsam werden, hängt in erster Linie davon ab, ob die Anfälle des Kindes überhaupt bemerkt werden und die Aufmerksamkeit der Umwelt auf sich ziehen und ob eine Gefährdungssituation zu erwarten ist. Hier muss zwischen leichten Absencen und schweren Anfällen differenziert werden. So ist es unnötig, ein Kind, das nur gelegentlich Absencen hat, innerhalb der Klasse der Gefahr auszusetzen, durch das Etikett "epilepsiekrank" möglicherweise zum Außenseiter zu werden.

Der Lehrer hat, wie ZUR WEIHEN (1994) feststellt, eine "integrative Funktion" für das epilepsiekranke Kind, indem er nach sachlicher Information durch die Eltern und ggf. Fachleute durch sein Vorbildverhalten für Schüler und Kollegen dazu beitragen kann, die Integration des Kindes zu erleichtern. Seine ruhige und besonnene Reaktion während des Anfalls vermeidet unnötige Dramatisierungen und Verunsicherungen.

FREUDENBERG (1996) nennt mehrere Möglichkeiten, den betroffenen Kindern Hilfestellungen zu geben:

SCHWAGER (1994) formuliert einige "Regeln" für den Umgang mit anfallskranken Kindern und Jugendlichen. So fordert er u.a.:

Die Mitschülerinnen und Mitschüler fordern natürlich Begründungen, warum ein Kind Hilfen dieser Art und gewisse Sonderregeln erhält. Hier ist pädagogisches Fingerspitzengefühl gefordert: Einerseits sollen die krankheitsbedingten Probleme des Kindes in geeigneter Weise berücksichtigt werden, andererseits soll es nicht in eine Sonderposition innerhalb der Klasse gedrängt werden.