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3.6 Therapien der Epilepsien

3.6.1 Schulmedizinische Therapien

In den meisten Fällen wird der Arzt Medikamente - so genannte Antiepileptika - verordnen, die das Auftreten epileptischer Anfälle verhindern. Die Wirkstoffe sind je nach der Art der Epilepsie unterschiedlich.

Der Facharzt (und nur der Facharzt!) legt die individuelle Medikation, also Wirkstoff, Medikament, Menge und Einnahmemodus, fest. Oft sind besorgte Eltern bzw. Angehörige geneigt, einem anderen Arzt, der dieselbe Wirkung bei geringerer Medikamentenmenge verspricht, zu glauben. Man muss aber wissen, dass neue Anfälle nur bei einem bestimmten gleichbleibenden Wirkstoffspiegel verhindert werden.

Auch der Facharzt braucht eine Dosisfindungsphase, d.h. er wird mit einer niedrigen Medikamentengabe beginnen, diese behutsam erhöhen, bis die optimale Dosis erreicht ist. Fachleute sprechen hier von einer "langsam einschleichenden" Medikation. Diese Einstellung sollte möglichst stationär erfolgen, da der Facharzt dann die Möglichkeit hat, das Kind kennen zu lernen - auch in seinem Anfallsverhalten - und zu beobachten, wie es auf die Medikamente reagiert. Außerdem ist natürlich eine qualifizierte Betreuung rund um die Uhr sehr wichtig.

Noch nie gab es so hoch differenzierte Möglichkeiten der Untersuchungen, der Vorbeugung, der Diagnostik und der Therapie von Krankheiten wie heute. Diese vielfältigen Möglichkeiten gilt es für den Facharzt für Epileptologie auszuschöpfen, um die Krankheit des Epilepsiekranken zu heilen oder wenigstens zu lindern.

Oberste Gebote für den Erkrankten sind:

Inzwischen sind mehr als zehn Wirkstoffe gegen Anfälle bekannt. Bei der Auswahl des Medikaments wird man die Kontraindikation (= wann darf es nicht eingenommen werden), die Art der Anfälle, die Nebenwirkungen und das Ausmaß der Sedierung (= Ruhigstellung) berücksichtigen.

Die Vielzahl der auf dem Beipackzettel aufgelisteten Nebenwirkungen tritt bei weitem nicht bei jedem Betroffenen auf und sollte deshalb die Betroffenen oder deren Angehörige nicht zu sehr beunruhigen.

Die meisten Epilepsiekranken vertragen ihre Medikamente weitgehend nebenwirkungsfrei.

Nebenwirkungen sind in jedem Fall unerwünscht. Sie erfordern unbedingt ärztlichen Rat.

Aber fast bei jedem Medikament können Nebenwirkungen auftreten, so auch bei Antiepileptika. Unterschieden werden muss dabei zwischen Nebenwirkungen, die dosisabhängig sind, also bei niedrigerer Dosierung oder Wechsel des Medikaments verschwinden, und durch Antiepileptika neu entstehende Erkrankungen wie

Bei vielen Antiepileptika kommt es - zumindest zu Beginn der Behandlung - zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen. Dank der ständigen Forschungen und Weiterentwicklungen durch die Pharmaunternehmen werden die Nebenwirkungen jedoch immer seltener.